Urlaub auf dem Vulkan

Santorin - die Insel

Die griechische Insel Santorin liegt innerhalb des Archipels der Kykladen und besteht genau genommen aus mehreren Inseln, die eng beieinander liegen. Das charakteristische Aussehen einer Caldera, einer Vulkaninsel, die mit Meerwasser gefüllt ist, erhielt Santorin vermutlich schon in der Antike und die vulkanische Aktivität reicht bis in die Gegenwart. Dementsprechend sollte man Steine, die man auf Santorin findet, genau ansehen, denn sie könnten schöne Quarzkristalle oder sogar Opale enthalten.

Insgesamt besteht Santorin aus fünf Inseln, von denen zwei bewohnt sind. Die Hauptinsel ist Thira, die halbmondförmig einen großen Teil des Archipels bildet und eine Länge von mehr als 17 Kilometern erreicht, während sie nur maximal sechs Kilometer breit ist. Mehr als 560 Meter ragt die höchste Erhebung von Santorin in den Himmel und auch die Steilküste der Inseln ist sehr eindrucksvoll. Küstenwege bieten fantastische Ausblicke auf das blaue, im Sonnenlicht funkelnde Meer, aber ein bisschen schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man sich auf einen solchen Ausflug einlässt.

Santorin Caldera
Santorin-Treppe - (©Fotolia@refresh(PIX))

Auf Santorin leben mehr als 17.000 Menschen, die sich über die höchste Anzahl an Sonnenstunden in ganz Griechenland freuen können. Im Sommer von Juni bis September regnet es höchstens einen Tag pro Monat und man kann sich auf Temperaturen um dreißig Grad und mit 25 Grad auch angenehm temperiertes Meerwasser verlassen. Santorin gehört zur Region des Winterregens, der seinem Namen von Dezember bis Februar alle Ehre macht. Die Quecksilbersäule sinkt zwar nie unter den Gefrierpunkt, aber ungemütlich kann es trotzdem bei durchschnittlich elf Grad sein.

Santorin blickt nicht nur auf eine lange vulkanische Aktivität zurück, die faszinierende Schichtung im Gestein hinterlassen hat, sondern auch auf eine lange Zeit der menschlichen Besiedlung. Ähnlich wie in Pompeji wurden auf Santorin Siedlungen durch einen Vulkanausbruch verschüttet, die inzwischen ausgegraben wurden und einen einmaligen Einblick in eine Kultur von vor über 3.000 Jahren in leuchtenden Farben zulassen.

Nach dem Niedergang der Minoer siedelten Dorer und Spartaner auf Santorin; auch die Ptolemäer aus Ägypten verweilten auf der Insel. Nach der und um die Zeitenwende hinterließen Römer, Byzantiner, Venezianer und Osmanen ihre Spuren. In Períssa findet sich zum Beispiel eine sehr alte Basilika, die in die Frühzeiten des Christentums zurückführt und sehr sehenswert ist.

So gehört es bei einem Aufenthalt auf Santorin aber auch dazu, die ein oder andere Ausgrabung zu besichtigen und in die wechselvolle Geschichte des kleinen Archipels einzutauchen. Auf gar keinen Fall sollte man die Fresken aus der Zeit der Minoer verpassen, die den Betrachter mit überraschenden Lebensnähe in die Zeit vor über 3.000 Jahren mitnehmen.

Auf der Hauptinsel Thira gibt es zehn Dörfer und den Flughafen. Von diesen Ansiedlungen sind acht nach innen in die Caldera gewandt, während Períssa und Kamári auf das offene Meer schauen. Die berühmte Postkartenansicht der weißen Häuser von Santorin mit den blauen Haustüren und Klappläden findet man in Oia, das auch Ia genannt wird, wo auch die meisten Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen.

Die ebenso berühmten Windmühlen von Santorin findet man zwischen Períssa und Akrotíri am Cap Exomitis. In Akrotíri sind auch die sehr sehenswerten Ausgrabungen gelegen, die problemlos besichtigt werden können. Einige Funde hat man nach Firá, den Hauptort der Insel, gebracht und sie sind dort im Santozeum zu sehen.

Nach so viel Geschichte und Kultur hat man sich im Urlaub das Ausspannen redlich verdient und dazu bietet sich besonders Kamári an. Dieser junge Ort ist der Badeort schlechthin auf der Insel: An einem über einen Kilometer langen Strand, der teils aus Sand und teils aus Kieseln besteht, kann man die vielen Sonnenstunden so richtig genießen. Im Ort selbst finden sich Hotels, Tavernen, Läden und Bars, sodass für entspannte Urlaubstage bestens gesorgt ist.

Auch Períssa ist ein Badeort mit Strand und nicht übermäßig großen Hotelanlagen. Firá und Oia sind die Orte, die wie Schwalbennester über dem Meer thronen und enge Serpentinenstraßen bilden die Verbindung zum viele Meter tiefer gelegenen Meer. Wer sich nicht selbst an den mühseligen Aufstieg machen will, kann auf das seit Jahrtausenden bewährte Transportmittel zurückgreifen: den Esel.

Aber keine Sorge, es gibt auch moderne Arten, die Steilküste der beiden Orte zu überwinden – zum Beispiel eine Seilbahn, die herrliche Ausblicke auf die Caldera erlaubt. Firá und Oia verbindet eine spektakuläre Küstenstraße, die die einzigarte Landschaft von Santorin und ihr reiches geologisches Erbe reizvoll vor Augen führt. Hier bieten sich immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf die Caldera und die in ihrer Mitte gelegenen, unbewohnten Inseln sowie auf Thirassia am Rande des Archipels.

Pýrgos ist das ruhige und eher ursprüngliche Dorf auf Santorin. Hier geht das Leben noch einen etwas gemächlicheren Gang und Beschaulichkeit hat sich in den Gassen eingenistet. Verwinkelt und teils steil geht es hinauf zum Kastell, vorbei an kleinen Läden, Tavernen und Geschäften. Wenn abends die Sonne die weißen Häuser in einen goldenen Schimmer taucht, könnte man fast meinen, es gäbe gar keine Touristen auf Santorin.

Ebenfalls hoch hinaus geht es, wenn man Imerovígli besuchen will – mehr als 330 Meter über dem Meer thront der kleine Ort, was eine atemberaubende Aussicht garantiert. Einen Ausflug nach Imerovígli kann man gut mit einer Wanderung über den Kraterwanderweg verbinden, aber dabei sollte man festes Schuhwerk nicht vergessen.

Auch Emborío atmet den Geist der Geschichte: Der kleine Ort entstand im Mittelalter und versprüht durch seine malerischen Gassen und pittoresken Häuser ein ganz besonderes Flair. Mittelpunkt des Dorfes ist die Burg Goulas, von der heute nur noch eine Ruine übrig ist.

Inmitten der Caldera liegen die beiden unbewohnten Inseln Nea Kameni und Palea Kameni, die von der Europäischen Union unter Naturschutz gestellt wurden. Auf letzterer, deren Namen „alte Verbrannte“ bedeutet, kann man ganz getreu des Namens die vulkanische Aktivität des Archipels hautnah spüren. Unterseeisch treten heiße Quellen an die Erdoberfläche und geben ihr heißes Wasser an das umgebende Meerwasser ab, sodass man hier das ganze Jahr über in angenehm warmem Wasser baden kann. Dementsprechend sind die heißen Quellen von den Touristen der Insel gut besucht.

Santorin Caldera
Blick in die Caldera - (©Fotolia@pierre)

Auf Palea Kameni gibt es nur einen einzigen Einwohner – einen Einsiedler, der in einer kleinen Hütte lebt und die kleine, strahlend weiße Kapelle auf dem Eiland betreut. Nea Kameni, die jüngere Schwester von Palea Kameni, ist in ihrer heutigen Form erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts vorhanden, aber die hauptsächlichen geologischen Aktivitäten ereigneten sich vor ungefähr 300 Jahren.

Seitdem befindet sich Nea Kalemi etwa 1.500 Meter von der Hauptinsel Thira entfernt und ist komplett unbewohnt. Trotzdem kann man auch diese junge Insel mit Booten besuchen und auf den fast 130 Meter hohen Krater gehen. Dort kann man sich von der vulkanischen Aktivität, die unter der Mondlandschaft schlummert, durch eine Geruchsprobe überzeugen: Die Luft am Krater riecht streng nach Schwefel und gelbliche Ausblühungen auf dem Gestein zeugen von seiner Existenz.

Eine Reise zurück in die Vergangenheit scheint ein Besuch auf Thirasia zu sein, der kleinen Schwester von Thira und der zweiten bewohnten Insel innerhalb des Archipels von Santorin. Erst seit etwas mehr als 20 Jahren gibt es auf Thirasia Strom, fließendes Wasser ist bis heute nicht vorhanden. Stattdessen werden die Niederschläge des Winters wie schon seit ewigen Zeiten in Zisternen gesammelt und während des Sommers aufgebraucht. Maultiere und Esel sowie die eigenen Füße sind die häufigsten Verkehrsmittel auf der kleinen Insel, auf der nur etwas mehr als 300 Menschen leben. Einige Restaurants und Tavernen versorgen die Tagesgäste, die mit einem der Ausflugsboote anreisen, aber will man auf der Insel übernachten, sollte man sich frühzeitig um eine Unterkunft bemühen, denn die die Übernachtungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt.

Die letzte der fünf Inseln ist Aspronisi, die ebenfalls erdgeschichtlich gesehen relativ jung ist (etwas mehr als 3.000 Jahre). Auf ihr gibt es fast keinen Bewuchs und sie erhebt sich als Hochplateau 70 Meter über dem Meer. Anlandungen auf dem kleinen Eiland sind daher schwierig und werden auch nicht angeboten. Wer allerdings eine Insel sein Eigen nennen möchte, kann Aspronisi für sechs Millionen Euro erwerben.

Dass die Inseln des Archipels vor den Zeiten des Tourismus Wein, Tomaten, Feigen und Pistazien anbauten, kommt der heutigen Küche auf den Inseln ebenso zu gute wie ihre Lage am südlichen Rand der Kykladen, denn es steht auch viel frischer Fisch auf der Speisekarte und die kleinen Fischerboote legen Zeugnis über die Herkunft der Meerestiere ab.

Wein wird immer noch auf der Insel angebaut, in den Varianten rot und süß, während die letzte Konservenfabrik für Tomaten und Ketchup schon vor einigen Jahren geschlossen wurde und der Anbau heute nur noch für den Eigenbedarf und die kleinen Tavernen betrieben wird. Generell ist die Landwirtschaft mit Einzug des Tourismus stark zurückgegangen, auch wenn man in einigen Dörfern noch die traditionellen Dreschplätze findet.

Santorin und besonders Thira sind heutzutage keine von der Landwirtschaft geprägten Inseln mehr, sondern haben sich längst dem hohen Besucheraufkommen angepasst, ohne dabei seinen eigenen Reiz zu verlieren. Im Gegenteil hat sich das kulturelle Angebot auf Thira um das der Musikfestivals erweitert, die seit einigen Jahren die Insel zum Klingen bringen. Dazu gehören unter anderem ein Jazz-Festival und das Klavierfestival The Muse. Santorin verfügt damit über mehr Reize als nur pittoreske weiße Häuser – hier gehen Geologie, Geschichte, Natur und Kultur eine faszinierende Mischung ein, die Besucher des Archipels in ihren Bann zieht.

Santorin erreicht man mit dem Flugzeug von Athen, Mykonos, Rhodos und Heraklion auf Kreta. Mit der Fähre fährt man von Piräus und erreicht Santorin nach 130 Seemeilen. Von den Kykladen, Kreta, der Dodekanes und Thessaloniki ist Santorin gut zu erreichen. Im Sommer verkehren auch die schnellen Katamarane.

Hier finden Sie einige gute Hotels der Insel Santorin